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Zahlreiche männliche Kälber werden gleich nach ihrer Geburt von der Milchindustrie getötet

männliche Kälber sterben
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Obwohl die englische Milchindustrie versucht, das Töten von männlichen Kälbern nach der Geburt zu beenden – oder zumindest zu reduzieren-, sterben immer noch zahlreiche Babys, wie die Zeitung The Guardian berichtete.

 

Für die Züchter ist es rentabler, die Tiere sofort zu „beseitigen“, als sie später zu verkaufen. Das Verhältnis beträgt 6 Pfund (etwas weniger als 7 Euro) zu 30 Pfund (ca. 34 Euro). Laut aktuellen Zahlen sind es 95.000 kleine Kälber, die getötet werden.

 

Quelle: Channel 4

 

Warum muss man die männlichen Kälber überhaupt loswerden? Es ist recht einfach: Sie produzieren keine Milch und sind so für den Züchter nutzlos. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie die Züchter dabei vorgehen können: Sie können die Tiere selbst mit einem Kopfschuss töten oder einen Spezialisten beauftragen; sie können sie aufziehen und an einen Schlachthof verkaufen oder sie geben sie an ein Exportunternehmen weiter.

 

In der Regel wird die erste Methode bevorzugt, was jedoch ein beschämendes Geheimnis der Milchindustrie bleibt. Die Kälber, die durch Schusswaffen getötet werden, dürfen nicht für den Konsum durch Menschen genutzt werden und enden somit meistens als Tierfutter.

 

2013 wurden nur 13 % der Kälber nach der Geburt getötet. In den nächsten Jahren stiegen die Zahlen jedoch erneut und erreichen nach Schätzungen heute 21 %.

 

Quelle: Farmers Weekly

 

Aufgrund der Proteste gegen den Export der Tiere auf Fähren und die schrecklichen Lebensbedingungen, welche die Tiere dort erleiden müssen, wichen Züchter immer mehr von dieser Lösung zurück.

 

Die Mehrzahl der großen Supermarkt-Ketten verbietet ihren Zulieferern nicht, die männlichen Kälber zu töten. Ein Schritt in diese Richtung könnte das Vorgehen allerdings schon ein wenig unter Kontrolle bringen. Leider ist letzteres nämlich nicht illegal. Bisher beschlossen einige Gruppen zu handeln, indem sie sicherstellen, dass die kleinen Kälber gut aufgezogen werden und nicht mehr bei der Geburt sterben müssen.

 

Quelle: cifw.org.uk

 

Der Brexit könnte die Situation für die Züchter sogar noch schwieriger gestalten. Letztere werden viel Mühe haben, einen Markt zu finden, um ihre Tiere zu verkaufen. Siân Davies, Berater der Milchbranche im englischen Farmerverband (National Farmers’ Union), erklärte:

 

Ein Handelsabkommen, bei dem billiges Rind aus Ländern erlaubt ist, wo die Produktionsstandards niedriger sind, wird mit Sicherheit schädlich für zahlreiche positive Initiativen sein, die kürzlich entwickelt wurden. Diese sollten sich zugunsten der Kälber auswirken, die in der englischen Milchindustrie geboren werden. 

 

Einige Züchter versuchen dennoch, ethische Lösungen für das Problem zu finden. So zum Beispiel auch David Finlay. Er lässt alle seine männlichen und weiblichen Kälber bei ihrer Mutter bis sie fünf Monate alt sind. Mit acht Monaten werden sie verkauft, um geschlachtet zu werden.

 

Quelle: Murdo McLeod/The Guardian

 

Aus finanziellen Gründen bleiben leider viele Farmer dennoch bei der Methode, ihre Tiere gleich nach der Geburt zu töten.

 

Via: The Guardian

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Andrea A.