Tipps & Tricks

Was zu tun ist, wenn ihr einen Hund frierend in der Kälte vorfindet

Auch wenn meistens über die Risiken für Hunde während Hitzewellen gesprochen wird, kann die Kälte ebenso gefährlich für unsere Vierbeiner werden.

 

Wie auch Menschen sind Hunde am Anfang des Winters anfälliger für Krankheiten. In diesem kalten Januar kann es für sie also besonders gefährlich werden. Denn entgegen der weitverbreiteten Ansicht, dass sie durch ihr Fell geschützt sind, können Hunde nicht stundenlang allen Temperaturen trotzen.

 

Einige Hundebesitzer lassen ihr Tier nur selten oder gar nicht in ihr Haus. Ein solches Verhalten ist in warmen Monaten nicht gefährlich, auch wenn es ein trauriges Leben für einen Hund ist. Doch sobald die Temperaturen unter 5 Grad Celcius fallen, ist es nicht mehr zu verantworten, seinen Hund draußen in der Kälte zu lassen. Nach nur wenigen Stunden können die niederigen Temperaturen ihm ernsthafte Schäden zufügen.

 

dog-chain-cold-2Quelle: ofdogsandchains 

 

 

Wann sollte man einschreiten?

 

Die Situation einschätzen

 

Wie schon erwähnt, schätzen Experten alle Temperaturen unter 5 Grad Celcius nach ein paar Stunden als gefährlich für Hunde ein. Doch natürlich hängt das Vermögen eines Hundes, der Kälte standzuhalten, auch von seiner Rasse ab.

 

Kleine Hunde und Hunde mit kurzem Fell sind empfindlicher. Das gleiche gilt für Welpen oder sehr alte Hunde, die oft ein schwächeres Immunsystem haben. Huskys oder Bernhardiner hingegen wurden gezüchtet, um Schnee und Eis zu trotzen und kommen mit dem Winter deutlich besser zurecht.

 

Allerdings sollte man beachten, dass ein Hund, der sein ganzes Leben lang in einem warmen Haus verbracht hat, deutlich schlechter mit der Kälte umgehen kann als ein Hund, der den Großteil seiner Zeit draußen verbringt.

 

dog-chain-cold-3Quelle: Shutterstock

 

Den Zustand des Tieres begutachten

 

Nicht alle Hunde reagieren gleich, wenn sie extremer Kälte ausgesetzt werden. Manche zittern, während andere erstarren oder sich kaum noch bewegen können. Einige Hunde weigern sich sogar, in der Kälte Gassi zu gehen und bleiben die ganze Zeit stehen.

 

Der nächste Schritt

 

Wenn ihr auf einen Hund trefft, der über einen langen Zeitraum draußen oder in einem Auto gelassen wurde, ohne dass er sich aufwärmen konnte, solltet ihr versuchen, das Schlimmste zu vermeiden.

 

Wenn er auffindbar ist, solltet ihr zunächst mit dem Besitzer sprechen. Erklärt ihm sehr höflich, warum ihr euch Sorgen macht und bittet ihn, seinem Hund die Möglichkeit zu geben, sich aufzuwärmen.

 

Solltet ihr nicht mit dem Besitzer in Kontakt treten können und der Hund offensichtlich leiden, zögert nicht, die Polizei rufen.

 

 

dog-chain-cold-coverQuelle:  ofdogsandchains 

 

Die Tierschutz-Hundeverordung aus dem Jahre 2001 sagt ganz deutlich, dass einem Hund "eine Schutzhütte" und "ein witterungsgeschützter, schattiger Liegeplatz mit wärmegedämmtem Boden" zu Verfügung stehen muss, wenn der Besitzer ihn draußen hält. Außerdem muss er "den Innenraum mit seiner Körperwärme warm halten" können.

 

Wenn es sich um einen Notfall handelt und der Hund sich in Lebensgefahr befindet, solltet ihr deshalb selbst einschreiten und euch um ihn kümmern.

 

Im Paragraph 10 des Strafgesetzbuchs steht: "Wer eine mit Strafe bedrohte Tat begeht, um einen unmittelbar drohenden bedeutenden Nachteil von sich oder einem anderen abzuwenden, ist entschuldigt, wenn der aus der Tat drohende Schaden nicht unverhältnismäßig schwerer wiegt als der Nachteil, den sie abwenden soll, und in der Lage des Täters von einem mit den rechtlich geschützten Werten verbundenen Menschen kein anderes Verhalten zu erwarten war."

 

Doch in einem solchen Fall müsst ihr beweisen können, dass sich das Tier wirklich in Lebensgefahr befand. Sonst könnte der Besitzer euch anzeigen, weil ihr sein Eigentum verletzt habt.

 

dog-chain -cold-5Quelle: Toutoublog

 

Bevor ihr also einschreitet, solltet ihr ein paar Vorkehrungen treffen. Die folgenden Tipps kommen von der Tierschutzorganisation Humane Society und sollten beachtet werden, wenn ihr einem frierenden Hund helfen möchtet:

 

    • Haltet die Situation fest. Dokumentiert alle Einzelheiten, das Datum, die Uhrzeit und den Ort. Am besten macht ihr auch Fotos oder sucht nach einem Zeugen.

     

      • Ruft die Polizei an und setzt sie über die Situation in Kenntnis. Wenn ihr den Hund sofort retten möchtet, solltet ihr ihnen bescheid sagen, damit sie euch nicht wegen Diebstahl belangen können.
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      • Ruft ein Tierheim oder eine Rettungsstation in der Nähe an und gebt die Informationen, die ihr gesammelt habt, an die Mitarbeiter weiter
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        Diese Schritte mögen in einer Notsituation sehr umständlich erscheinen, doch sind sie wichtig, um euch im Falle einer Anzeige zu schützen.

         

        Die Tierschutzorganisation Humane Society versucht alle Menschen immer wieder zu erinnern: "Ohne eine Unterkunft, Wasser und Futter sind die Überlebenschancen eines Tieres, das extremer Kälte ausgesetzt ist, sehr gering."

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