News Tierschutz

Traumatisiert von der Gefangenschaft, konnte sie nicht einmal mehr schlafen

Baan-Yen ist eine alte Elefantenkuh, die schon weit mehr als 50 Lebensjahre hinter sich hat.

 

baan-yen-elephant-depression-thailande-1Quelle: Phuket Elephant Sanctuary

 

Zwanzig Jahre ihres Lebens musste sie damit verbringen, Touristen durch die Gegend zu tragen, während sie furchtbare Behandlungen ertragen musste. Schließlich wurde sie von der Rettungsstation Phuket Elephant Sanctuary im Süden Thailands gerettet. Bei ihrer Ankunft dort war sie so schwach, dass man ihr Infusionen geben musste, um sie am Leben zu halten. Berichten der Mitarbeiter zufolge wurde das Weibchen regelmäßig dazu gezwungen, Junge zu bekommen. Dies zu schlimmen körperlichen sowie psychischen Beschwerden.

 

baan-yen-elephant-depression-thailande-3Quelle: Lek Chailert

 

Wie die Webseite The Dodo berichtet, hatte Baan-Yen noch lange nach ihrer Ankunft in der Rettungsstation Angst vor Menschen und ihren Artgenossen. Die Rettungsstation erklärte:

 

Wir dachten, dass sie sehr müde sein musste, weil sie sich zum Schlafen nicht mehr hingelegt hat. Und zusätzlich zu der tierärztlichen Behandlung nehmen wir uns sehr viel Zeit, um mit ihr zu sprechen und sie zu trösten. Denn sie wirkt verstört und depressiv.

 

baan-yen-elephant-depression-thailande-5Quelle: Phuket Elephant Sanctuary

 

Baan-Yen begriff erst nach einiger Zeit, dass sie in Sicherheit war. Was ihr schließlich half, war eine andere Elefantenkuh, die ebenfalls schon alt und erschöpft war. Dok Gaew reichte Baan-Yen ihren Rüssel, um ihr Trost zu spenden.

 

baan-yen-elephant-depression-thailande-4
Quelle: Lek Chailert

 

Inzwischen scheint die Elefantenkuh ihre schmerzhafte Vergangenheit zu verarbeiten. Die Rettungsstation sagt:

 

Wir hätten uns kein schöneres Weihnachtsgeschenk wünschen können. Baan-Yen geht es besser. Sie verbringt ihr Leben in der oberen Region unseres Waldes mit der blinden Elefantenkuh Gaew Ta.

 

baan-yen-elephant-depression-thailande-6
Quelle: Lek Chailert

 

Ein Mitarbeiter fügt hinzu:

 

Elefanten haben ein komplexes Gefühlsleben, sie verspüren Traurigkeit und Depressionen. Sie trauern, wenn jemand in ihrer Herde stirbt. Sie haben viel Mitgefühl, zeigen Liebe, Freude, Glück und haben ein tiefes Verständnis für ihre Artgenossen.

 

Baan-Yans Vergangenheit liegt nun endgültig hinter ihr. Doch leider gibt es noch viele Elefanten, die ein ähnliches Schicksal erleiden. Die kurzen "glücklichen" Augenblicke für Touristen auf einem Elefantenrücken verstecken eine sehr traurige Wahrheit.

 

baan-yen-elephant-depression-thailande-7Quelle: National Geographic

 

Denn die Tiere werden in den meisten Fällen schon sehr jung und auf illegale Weise eingefangen bevorsie mit der sogenannten "phajaan" Methode dressiert werden. Phajaan ist der Glaube, dass man den Geist eines Elefanten von seinem Körper trennen kann, sodass er ein unterwürfiger Diener wird. Die Methode ist außerordentlich brutal und einige Elefanten überleben die Dressur nicht. Doch auch wenn der phajaan irgendwann ein Ende findet, werden die Tiere oft weiterhin täglich gequält.

 

baan-yen-elephant-depression-thailande-2Quelle: National Geographic

 

Wie auch Baan-Yan werden die Elefanten zutiefst traumatisiert. Doch leider kennen nicht viele Touristen die Wahrheit hinter den beliebten "Elefantenritten". Es wird sich nur etwas ändern, wenn die Menschen sich weltweit bewusst werden, wie sehr die Tiere für die Touristenattraktion leiden müssen.

 

Via: The Dodo

ADVERTISING