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Streunende Hunde in den französischen Überseegebieten: Staat will Jagd auf streunende Tiere eröffnen

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Anfang Dezember dieses Jahres sorgte die Entscheidung der Präfektur der Insel La Réunion bei den Tierschutzorganisationen für Empörung, denn diese hatte sich dafür ausgesprochen, dass streunende Hunde, die nicht eingefangen werden können, nun erschossen werden dürfen. Die Hunde gelten auf der Insel bereits seit vielen Jahren als Problem, da diese oft die Tiere der Bauern anfallen.

 

chien errantQuelle: Clicanoo

 

Eine Entscheidung hinter verschlossenen Türen

 

Die Nachricht hatte sich verbreitet, nachdem ein Brief an den Präfekt André Thien Ah Koon, Präsident des Gemeindeverbandes Communauté d’agglomération du Sud veröffentlicht wurde. Obwohl es keine offizielle Ankündigung gab, ging aus dem Brief hervor, dass die Behörden bereits dabei sind, "eine Jagd zu eröffnen", zu deren Teilnahme sich "die Jäger aus der Region schon bald bewerben können." Die Jagd sollte innerhalb der ersten sechs Monate des Jahres 2018 eröffnet werden.

 

meute de chiensSource : Anandamoy

 

Diese Maßnahme ist Teil eines Aktionsplans gegen streunende Tiere, der dazu dienen soll, den steigenden Zahlen der Angriffe durch streunende Hunde Einhalt zu gebieten. Der Plan beinhaltet auch die Sterilisation der Tiere, die eingefangen werden können, die Einschläferung von denjenigen, die als "gefährlich" gelten sowie eine Studie, um die genaue Situation der Tiere auf der Insel festzuhalten. Außerdem soll eine Kampagne ins Leben gerufen werden, um die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass es aus diesem Grund sehr wichtig ist, Haustiere chippen oder tätowieren zu lassen.

 

 Eine "unmoralische"  und "nicht zielführende" Entscheidung

 

Zwar sind die Tierschutzorganisationen sich bewusst, dass die Insel ein Problem mit streunenden Tieren hat, jedoch ließen sie durch einen gemeinsamen Pressesprecher der Organisationen CRAPA (Collectif Réunionnais d'Assistance et de Protection des Animaux), lAlliance des associations, l'Arche de Freyja und das Refuge Rêve de Chiens verlauten, dass sie diese "unmoralische" und noch dazu "nicht zielführende Entscheidung"  zutiefst verurteilen.

 

Quelle : Tribunal du Net 

 

Abgesehen von der Brutalität einer solchen Jagd ließe sich das Problem laut der Organisation dadurch auch nicht lösen. Sie wiesen darauf hin, dass "ein einziger Hund in sechs Jahren bis zu 60 000 Nachkommen (…) haben kann."

 

Dass dieser Versuch, der Lage Herr zu werden, nicht geeignet ist, beweist der Fall Marokko. Hier werden streunende Tiere bereits gejagt, doch die Situation hat sich dadurch nicht verbessert. Laut Weltgesundheitsorganisation können sich die überlebenden Hunde trotzdem noch ausreichend vermehren, um die Zahl der getöteten Hunde auszugleichen.

 

Wegbereiter für Tierquälerei?

 

Die Organisationen sind der Meinung, dass eine solche Jagd nicht nur den Tod zahlreicher unschuldiger Hunde bedeuten würde – sie sind davon überzeugt davon, dass hierdurch auch die Anzahl der Gewalttaten, vor Allem gegenüber Tieren steigen könnte. Diese sind auf der Insel bereits jetzt sehr hoch.

 

Der Pressesprecher sagte dazu weiter:

 

Dadurch könnte sich jeder dazu berufen fühlen, Hunde zu erschießen und warum nicht den des Nachbarn? Hierbei muss erwähnt werden, dass die meisten Hunde, von denen die Attacken ausgehen laut der Bauern keine Streuner sind, sondern Besitzer haben. Das Risiko einer "Revanche" ist also sehr hoch. 

 

Einfangen, Sterilisieren, wieder frei lassen

 

In einer solchen Situation empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation die so genannte TMS-Methode: Trap, Neuter, Release (zu Deutsch etwa: Einfangen, sterilisieren, wieder freilassen). Diese Methode, die aktuell schon in Indien und der Türkei eingesetzt wird, ermöglicht es, die Hunde in Freiheit leben zu lassen, ohne dass die Gefahr besteht, dass diese sich ins Uferlose vermehren.

 

Dies sollte in Kombination mit strengeren Schutzvorkehrungen für die Herden der Bauern und einer Umsetzung eines Gesetzesentwurfes, nachdem Hundebesitzer ihre Tiere in jedem Fall chippen bzw. tätowieren lassen müssen erfolgen.

 

Organisationen wollen Klage einreichen

 

Falls tatsächlich eine entsprechende Jagd eröffnet werden sollte, werden die Tierschutzorganisationen CARPA und l'Arche de Freyja  gegen den Verwaltungsbeamten sowie alle an der Entscheidung beteiligten Personen Klage einreichen.

 

ILE DE LA REUNION – HONTE AUX POUVOIRS PUBLICS D'AUTORISER LA TRAQUE ET L'ABATTAGE DES CHIENS ERRANTS (PETITION A…

Posted by L'Arche de Freyja on Thursday, December 14, 2017

 

Des Weiteren haben die Tierschutzorganisationen One Voice, die Fondation Brigitte Bardot sowie 30 Millions d'Amis ihre Unterstützung in dieser Sache zugesagt. Am 12. Dezember wurde eine entsprechende Petition gestartet, die bereits über 11 000 Mal unterschrieben wurde.

 

Wenn ihr die Organisationen unterstützen möchtet, könnt ihr die Petition gegen die Eröffnung einer Jagd auf der Insel La Réunion unterstützen.

 


 

Kennzeichnungspflicht für Tiere

 

Als Überseeregion Frankreichs gilt auch auf La Réunion die Kennzeichnungspflicht für Haustiere, sei es durch eine Tätowierung oder einen Chip. Dies gilt seit dem Jahr 1999 für Hunde ab vier Monaten. Seit dem Jahr 2012 ist es in Frankreich gesetzlich außerdem verpflichtend, Katzen ab sieben Monaten kennzeichnen zu lassen. Alle anderen Haustiere (Kaninchen, Vögel, Schlangen…) müssen nicht unbedingt gekennzeichnet werden, es wird aber dringend empfohlen.

Quelle: Clinique vétérinaire Calvisson

 

Hier könnt ihr nachlesen, warum es wichtig ist, euer Tier chippen zu lassen.

 

Wenn ein Haustier entläuft

 

Wenn euer Tier trotz aller Vorsichtsmaßnahmen abhanden kommen sollte, ist es wichtig, nicht in Panik zu verfallen. Wir haben hier einige Ratschläge darüber zusammen gestellt, was zu tun ist, wenn eure Katze oder euer Hund entläuft. 

 

Sachez également que faire si vous trouvez un chien perdu à retrouver son foyer ou comment réagir si vous êtes témoins de maltraitance animale.

 

Quelle erstes Foto rechts : mesopinions.com

 

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Victoria Bach