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SIEG. Die Schlachtungen von Hunden werden auf diesem Markt verboten

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Der Moran Market, einer der größten Hundefleischmärkte der Welt wird aufhören, Hunde zu schlachten und zu verkaufen.

 

Seongnam-marche-viande-chien-interdiction-2Quelle: Korean Dogs

 

Der Bürgermeister von Seongnam, der südkoreanischen Stadt, in der der Markt stattfindet, kündigte diese Entscheidung am 13. Dezember an. Um diesen Schritt zu rechtfertigen, begann er seine Rede mit einem berühmten Zitat von Ghandi: "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandeln."

 

Quelle: Korean Dogs

 

22 Händler sind von dieser Veränderung betroffen und durften bei der Entscheidung mitwirken. Seit dem 19. Dezember töten und verkaufen sie keine Hunde mehr und bis Mai 2017 werden sie alle ihren Beruf aufgeben müssen. Um ihnen nicht die Lebensgrundlage zu nehmen, plant der Bürgermeister, die Händler finanziell zu unterstützen.

 

80.000 Hunde werden jedes Jahr für ihr Fleisch verkauft

Seit 1960 werden jährlich bis zu 80.000 Hunde verkauft, tot oder lebendig. In ganz Korea werden Hunde für ihr Fleisch gezüchtet und verbringen ihr ganzes Leben zusammengedrängt in kleinen Käfigen. In den meisten Fällen werden sie daraufhin erhängt oder mit Elektroschocks getötet. Diese Aufzuchts- und Tötungsmethoden werden schon seit einigen Jahren von Tierschutzorganisationen kritisiert.

 

Seongnam-marche-viande-chien-interdiction-3Quelle: Korean Dogs

 

Ein "großer Schritt in die richtige Richtung"

Die Tierschutzorganisation KAWA (Korean animal welfare association), die schon seit einiger Zeit für neue Gesetze kämpft, bezeichnete das Verbot von Hundefleisch auf dem Moran Market als "großen Schritt in die richtige Richtung". Doch sie kündigten ebenfalls an, dass sie überprüfen werden, ob "den neuen Regeln auch wirklich Folge geleistet wird".

 

Die Organisation befürchtet, dass sich das Verbot nicht so leicht durchsetzen lässt, da es im Rest der Stadt kein Verbot dagegen geben wird.

 

Seongnam-marche-viande-chien-interdiction-4Quelle: Korean Dogs

 

Eine Image Frage für die Ausrichtung der Olympischen Spiele

Auch wenn die Frage der Ethik bei der Entscheidung im Vordergrund stand, scheint es noch weitere Faktoren zu geben, die den Bürgermeister zu der Gesetzesänderung bewegt haben.

 

Darunter unter anderem viele Beschwerden von Anwohnern, die sich schon seit Längerem über den Lärm und den Geruch beklagen. Außerdem stehen die Olympischen Spiele bevor und Berichten zufolge versucht die südkoreanische Regierung, kontroverse Traditionen zu kaschieren, allen voran den Konsum von Hundefleisch.

 

Denn die Winterspiele werden 2018 in Südkorea ausgetragen. "Wir hoffen, dass dieser Schritt unsere Stadt wieder in ein besseres Licht rückt", hatte der Bürgermeister von Seongnam während seiner Rede erklärt.

 

Seongnam-marche-viande-chien-interdiction-7Quelle: Korean Dogs

 

Zwei Millionen Hunde werden jährlich gezüchtet

Das Verbot ist ein Sieg für den Tierschutz weltweit, auch wenn es leider nur eine Stadt in Südkorea betrifft. Im ganzen Land werden jährlich bis zu zwei Millionen Hunde für ihr Fleisch gezüchtet.

 

Während des Bok Nal Fests werden in Südkorea die meisten Hunde gegessen. Ähnlich wie das chinesische Yulin Fest wird es allerdings schon seit einigen Jahren zunehmend kritisiert. Die Organisation Humane Society International, die gegen die Hundefleischindustrie kämpft, erklärte, dass ungefähr 70% des Hundefleischkonsums im Sommer während des Bok Nal Fests stattfindet.

 

 

yulin-festival-19Quelle: @Reuters/Corbis

 

Ein Land mit geteilten Meinungen

Wie auch in China erkennt man in Südkorea einen deutlichen Unterschied zwischen der jüngeren und der älteren Generation. Einer Studie des Instituts Gallup Korea aus dem Jahre 2015 zufolge gaben 20% aller 20-jährigen Koreaner an, schon einmal Hundefleisch gegessen zu haben; unter den 50-60-Jährigen waren es über 50%.

 

Die jüngere Generation passt sich zunehmend an westliche Werte an und für sie sind Hunde und Katzen ebenfalls Haustiere. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass der Hunde- und Katzenfleischhandel in Südkorea sowie in China in den nächsten Jahren stark zurückgehen wird.

 

In Deutschland ist es seit einigen Jahren gesetzlich verboten, Hunde zu schlachten oder Hundefleisch zum Verkauf anzubieten. Wenn ihr eine Petition unterschreiben wollt, um auch endlich dem Yulin Fest ein Ende zu bereiten, könnt ihr dies hier tun.

 

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Andrea A