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SIEG. Auf den Balearen dürfen Tiere beim Stierkampf nicht mehr verletzt und getötet werden

Es ist ein großer Fortschritt für den spanischen Tierschutz

 

Quelle:  Mehdi Fedouach

 

Am 24. Juli verkündeten die Balearen, eine Inselgruppe östlich von Spanien, dass Stiere beim Tierkampf nicht mehr verletzt oder getötet werden dürften. Und auch wenn dieses Gesetz nicht ganz Spanien betrifft, markiert es doch das Ende der blutigen Stierkämpfe auf den Balearen.

 

Am 27. Juli sollte eigentlich ein großer Stierkampf mit Toreros aus aller Welt in Palma de Majorque stattfinden. Doch die aus sozialistischer, linker und grüner bestehenden Regierung der Balearen verabschiedeten das Verbot ohne große Diskussion.

 

Quelle: Giuseppe Chiucchiu et Massimo Sestini

 

Das Gesetz verbietet nicht nur das Töten der Tiere in der Arena, sondern führt viele weitere strenge Regeln ein. So dürfen beim Stierkampf keine Pferde mehr benutzt werden und sogenannte banderilleros sowie picadores (Toreros, die Stieren Lanzen in den Rücken rammen) sind vom Kampf ausgeschlossen.

 

Die Toreros werden zukünftig höchstens zehn Minuten gegen drei Stiere kämpfen. Alle Hilfsmittel, die den Tieren Schaden zufügen könnten, sind dabei verboten. Die Besucher sind ebenfalls betroffen. Ab jetzt darf während der Kämpfe kein Alkohol an Minderjährige mehr ausgeschenkt werden.

 

Quelle: Jean-Marc Montegnies

 

Die Entscheidung der Regierung wurde von den Unterstützern der Stierkämpfe stark kritisiert. Der Berichterstatter Angel Gonzales Abad erklärte:

 

Allein der Definition nach muss beim Stierkampf der Stier am Ende auch sterben. Wenn das nicht mehr geschieht, dann gibt es keinen Stierkampf mehr.

 

Die Verfechter des Stierkampfs verweisen vor allem auf Mariano Rajoy, den spanischen Ministerpräsidenten. Dieser will die Tradition des Stierkampfes, die seit 2013 sogar als geschütztes Kulturerbe in Spanien gilt, unbedingt aufrecht erhalten.

 

Quelle: Pedro Armestre

 

Doch die Balearen sind nicht die erste Region Spaniens, die sich gegen Stierkämpfe wehrt. Auf den Kanarien sind sie seit 1991 verboten, in Katalanien seit 2010.

 

Da sich die Meinung der Menschen in Spanien bezüglich der blutigen Kämpfe langsam zu wandelt, scheint sich in der Zukunft jedoch eine lange politische Diskussion anzubahnen.

 

Quelle: Francisco Rivera Ordoñez

 

 

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