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Schweine „denken“ wie Menschen. Jetzt ist es wissenschaftlich bewiesen

Die Wissenschaft beginnt immer mehr über das Verhalten von Tieren zu verstehen und erforscht vor allem die Gemeinsamkeiten, die sie mit Menschen haben. Am 16. November 2016 wurde in der Zeitschrift  Biology Letters eine Studie veröffentlicht, die von englischen Forschern an den Universitäten von Lincoln und Newcastle durchgeführt wurde. Sie versucht Verbindungen zwischen den Persönlichkeiten und Launen von Schweinen herzustellen und zu erforschen, wie sie Entscheidungen zu bestimmten Zeitpunkten treffen.

 

Zunächst teilten die Wissenschaftler die Tiere, die für die Studie benutzt wurden, entsprechend ihrer Persönlichkeit in zwei Gruppen auf. Die erste nannten sie "Proaktiv" und in dieser Kategorie befanden sich Schweine, die generell aktiver waren und regelmäßig ähnliche Entscheidungen trafen. In der zweiten Gruppe namens "Reaktiv" waren Schweine, die passiver waren und deren Entscheidungen sich häufig änderten.

 

cochons-étude-comportements-humains-1Quelle: Info Notch

 

36 Schweine nahmen an dieser Studie teil und wurden schließlich ihren Gruppen entsprechend in zwei unterschiedliche Zimmer gebracht. Das erste war leer, das zweite war speziell für das Wohlbehagen der Schweine eingerichtet. Die Forscher brachten den Tieren daraufhin nacheinander zwei Futternäpfe. Im ersten befand sich Schokolade, ein beliebtes Leckerli unter Schweinen, und im zweiten Kaffebohnen, die Schweine generell nicht mögen.

 

Die Wissenschaftler fügten dem Test allerdings noch eine dritte Variable hinzu, einen dritten Napf, dessen Inhalt die Schweine nicht sehen oder riechen konnten. Man konnte sofort deutliche Ergebnisse feststellen. Die Tiere, die schon von Anfang an als proaktiv eingestuft worden waren, zeigten unverändert positive Reaktionen. Nachdem sie im ersten Schokolade gefunden hatten, näherten sie sich den anderen Näpfen jedes Mal enthusiastisch und in der Hoffnung, weitere Leckerli zu finden.

 

cochons-étude-comportements-humains-2Quelle: BuzzFeed

 

Diese Reaktion der proaktiven Tiere ist nicht überraschend, doch es ist die Reaktion der anderen Tiere, die uns zeigt, was für einen Einfluss die Umwelt auf ein Lebewesen haben kann. Die reaktiven Schweine in dem gemütlich eingerichteten Zimmer zeigten ein weitaus optimistischere Reaktion als die in dem leeren Raum. Die Forscher zogen daraus den Schluss, dass die Laune der Tiere einen großen Einfluss auf ihre Entscheidungen und ihr Verhalten hatte.

 

In der Psychologie nennt man dieses Phänomen Kognitive Verzerrung. Ihr Ablauf kann die Gedanken beeinflussen und zu Fehleinschätzungen von Situationen führen.

 

cochons-étude-comportements-humains-3Quelle: Animal Dream

 

Die Forscher verglichen ihre Ergebnisse mit Beobachtungen, die man beim Menschen gemacht hatte. Denn unter Menschen gibt es diese zwei Perönlichkeitstypen ebenfalls. Die Forschungsleiterin des Projekts, Lisa Collins, erklärt:

 

Bei Menschen bestimmt die Persönlichkeit und die Laune die Kognitive Verzerrung, doch das Phönomen wurde noch nicht bei anderen Lebewesen untersucht. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Schweine, die in einem weniger angenehmen Umfeld lebten, pessimistischer waren […]. Sie beweisen, dass Menschen nicht die Einzigen sind, bei denen die Persönlichkeit und die Laune eine Rolle beim Treffen von Entscheidungen spielt.

 

cochons-étude-comportements-humains-4Quelle: Ranger Pigs

 

Doktor Lucy Asher, die die Studie überwacht hat, fasst zusammen:

 

Diese Studie gibt uns einen faszinierenden Einblick in den Geist von besonders intelligenten Tieren und legt den Grundstein für noch tief gehendere Studien in der Zukunft.

 

Via: Biology Letters

 

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