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Orang-Utan Nonja stirbt im Alter von 42 Jahren im Tiergarten Schönbrunn

Orang-Utan Tiergarten Schönbrunn
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Die Orang-Utan Dame Nonja lebte ihr ganzes Leben im Tiergarten Schönbrunn. Letzten Dienstag starb sie im Alter von 42 Jahren an einer Nierenschwäche.

 

Nonja wurde 1976 im Wiener Zoo geboren. Da ihre Mutter sie nicht ausreichend mit Milch versorgen konnte, mussten die Pfleger sie füttern. Auf diese Weise baute der kleine Affe eine Verbindung zu Menschen auf, die er bis zu seinem Tod beibehielt. Die Direktorin des Tiergartens Dagmar Schratter denkt mit einem lächelnden und einem weinenden Auge an diese Momente mit Nonja zurück:

 

Sie hat gerne die Besucher beobachtet, mit ihnen interagiert, sie aufgefordert, ihr den Inhalt der Taschen zu zeigen.

 

Nonja Orang-UtanQuelle: paul Berger/zoovienna.at

Die Tierpfleger, Zoologen und Tierärzte der Orang-Utan-Dame machten sich schon seit einer Weile Sorgen um ihre Gesundheit. Bei einer CT-Untersuchung sowie einigen Blut- und Ultraschalluntersuchungen Anfang des Monats hatte sich gezeigt, dass Nonja an einer Nierenschwäche litt. Die Behandlungen brachten jedoch leider keine Besserung, wie der Zootierarzt Thomas Voracek berichtete:

 

Trotz medizinischer Behandlung hat sich Nonjas Zustand übers Wochenende massiv verschlechtert. Sie hat extrem abgebaut, war teilnahmslos und zeigte keinen Appetit.

 

Am Dienstagmorgen verschlechterte sich ihr Zustand noch einmal erheblich und man beschloss, Nonja von ihrem Leid zu befreien und sie einzuschläfern.

 

Nonja war wohl eines der berühmtesten Tiere des Tiergartens Schönbrunn. Während eines Beschäftigungsprogramms in den 90er Jahren entdeckte sie ihre Leidenschaft für Farbe und Pinsel und malte ca. 250 Kunstwerke.

 

Nonja Orang-Utan maltQuelle: meinbezirk.at

 

2009 wurde sie zum ersten Affen mit einem eigenen Facebook-Account. Man stellte ihr eine robuste Kamera zur Verfügung, mit der sie unzählige Selfies und Fotos von ihren Freunden und dem 1000 m² großen Gehege machte. Als kleine Belohnung für jedes Foto bekam sie eine Rosine. Diese Fotos wurden anschließend auf Facebook gepostet und mittlerweile erhielt ihr Account schon über 66.000 Likes.

 

Nonja KlettergartenQuelle: facebook.com/Nonja

 

Was Nonja wahrscheinlich nicht wusste: Mit ihren Fotos half sie bei der Rettung ihre Artgenossen auf Borneo. 2010 versteigerte man die 20 besten Schnappschüsse des Affen auf ebay. Man druckte sie dafür auf eine Leinwand und ließ sie von Nonja mit einem Fingerabdruck signieren. Die Einnahmen spendete man an eine Rettungsstation für Orang-Utans auf Borneo. Diese wurde von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten geleitet und vom Verein der Freunde des Tiergartens Schönbrunn unterstützt.

 

Affe ZooEines von Nonjas Selfies. Quelle: facebook.com/Nonja

 

Die Station kümmert sich um verletzte und misshandelte Orang-Utans und pflegt diese gesund, um sie wieder in die freie Natur zu entlassen. Schratter erklärte:

 

Orang-Utans sind stark gefährdet und kommen nur noch im Norden Sumatras und auf Borneo vor. Man schätzt, dass es in freier Wildbahn nur noch rund 20.000 Tiere gibt.

 

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Orang-Utans auf Borneo gequält oder als Haustiere gehalten werden. Vier Pfoten kämpft für das Wohlbefinden der Primaten und anderer Wildtiere. Wenn ihr ihnen dabei helfen möchtet, könnt ihr hier spenden oder eine Patenschaft übernehmen.

 

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Aleksandra Pazik