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Im „schlimmsten Zoo der Welt“ werden Tiere mit Drogen ruhig gestellt, damit Besucher Selfies mit ihnen machen können

Der Zoo Lujan in der Provinz Buenos Aires in Argentinien steht immer wieder in der Kritik. Besucher werfen der Einrichtung vor, ihre Tiere würden systematisch unter Drogen gesetzt. Außerdem seien die Zustände im Zoo unzumutbar.

 

Quelle: efoulon1 / Twitter

 

Der Park, der damit wirbt, "der beliebteste Zoo Argentiniens" zu sein, ermöglicht den Besuchern einen direkten Kontakt mit den Tieren, vor Allem mit den Raubkatzen.

 

In den sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Videos und Fotos, auf denen man Menschen sehen kann, wie sie Tiger streicheln, Löwen mit der Flasche füttern oder mit ihnen kuscheln.

 

Tiere unter Drogeneinfluss?

Mittlerweile haben einige Besucher die These aufgestellt, dass die Tiere unter Drogen gesetzt werden. Nur so können sie sich erklären, dass diese wilden Tiere dies alles geduldig über sich ergehen lassen, ohne die Besucher dabei zu verletzen.

 

Auf der Online-Plattform Tripadvisor häufen sich derweil Kommentare, die diese These unterstützen. Der User Richard C. schrieb: "Der Löwe am Eingang stand ganz offensichtlich unter Drogen, wahrscheinlich damit die Besucher ihn streicheln können."

 

Ein anderer User schreibt: "Eine beeindruckende Sammlung von Tieren, die unter Drogeneinfluss stehen und noch dazu in winzigen Käfigen gehalten werden – ein trauriges Spektakel!"

 

Auf den Fotos kann man tatsächlich sehen, dass die Raubtiere sich größtenteils sehr lethargisch verhalten. Sie scheinen fast zu schlafen. Das folgende Video, das im Jahr 2016 in diesem Zoo gefilmt wurde, ist erschreckend.

 

 

"Wir wollen den natürlichen Instinkt der Tiere so  gut wie möglich unterdrücken"

Die Verantwortlichen des Zoos, der seine Tore im Jahre 1994 öffnete, wehren sich seit jeher gegen diese Vorwürfe. Zu ihrer Verteidigung betonen sie immer wieder ihr Interesse an der "aktiven Förderung der Artenvielfalt und der Umwelt" sowie ihre Trainingsmethoden, durch die "der natürliche Instinkt der Tiere so gut wie möglich unterdrückt" würde.

Qulle: efoulon1 / Twitter

 

Zoodirektor Jorge Semino erklärt:

 

Wir kümmern uns um diese Tiere von ihrer Geburt an. Wir sind in Kontakt mit der Mutter und helfen ihr sogar bei der Geburt. Wir gehören für sie seit Kindesbeinen zur Familie.

 

In einem Interview mit der argentinischen Seite Playground, äußerte sich einer der Mitarbeiter ähnlich:

 

Unsere Tiere wurden nicht in der freien Natur geboren. Sie lebten schon immer hier in Gefangenschaft (…). Durch unsere Methoden wird ihr natürlicher Instinkt stark unterdrückt. Außerdem ist es unsinnig zu glauben, dass wir die Tiere unter Drogen setzen, denn dafür müssten wir sie mit Giftpfeilen abschießen und diese wirken maximal eine Stunde lang. Da Drogen enorme Auswirkungen auf die Gesundheit haben, würden die Tiere nicht lange leben.

 

Quelle : efoulon1 / Twitter

Eine Petition gegen die Gefangenschaft

Seit 2014 prangern mehrere Tierschutzorganisationen die Zustände im Zoo von Lujan an. Wegen der heftigen Kritik wurden in diesem Zoo nun sogar bereits Untersuchungen durchgeführt – leider ohne Erfolg.

 

Quelle: efoulon1 / Twitter

 

Um den Druck zu erhöhen, hat die argentinische Organisation Animalista Independiente Argentina eine Petition ins Leben gerufen, in der die Schließung des Parks gefordert wird. "Tiere schlafen während der gesamten Öffnungszeit – also acht Stunden lang – Das ist nicht normal. Dass der Park seine Tiere mithilfe von Drogen ruhig stellt ist ein offenes Geheimnis. Wir fordern, dass der Fall untersucht und geltendes Recht angewandt wird.", so ein Auszug des Textes.

 

Die Organisation beruft sich auf den Paragraphen 12.238, der das In Kontakt treten und füttern wilder Tiere unter Strafe stellt. Wenn dieser Anwendung findet, würde dies für den Zoo von Lujan das Ende bedeuten.

 

Mehr als 120 000 Personen haben die Petition bereits unterschrieben. Ihr findet sie hier.

 

Quelle: efoulon1 / Twitter

 

Im Jahr 2016 hatte der Zoo von Buenos Aires, der damals ebenfalls wegen der Lebensbedingungen der Tiere in der Kritik stand, seine Schließung angekündigt. Die zuständigen Behörden hatten entschieden, dass die 2500 Tiere, die der Zoo beherbergte in Naturschutzgebiete gebracht werden sollten.

 

PETA Deutschland bemüht sich schon seit einigen Jahren um eine Überarbeitung der deutschen Gesetze bezüglich Tieren in Gefangenschaft. Wenn ihr sie gerne dabei unterstützen wollt, klickt hier.
Pour consulter le carnet noir des zoos, cliquez ici.

 

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