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Hunderte Delfine werden wegen einer alten Tradition massakriert

Färöer Massaker Delfine
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Auf den Färöer-Inseln – eine Inselgruppe, die zur dänischen Krone gehört – hat gerade die jährliche Jagdsaison eröffnet. Bei dieser Gelegenheit widmen die Einwohner sich einer barbarischen Tätigkeit, dem Grindadráp. In anderen Worten bedeutet dies, das Jagen und Massakrieren von Delfinen, die sich der Küste nähern. Die Organisation Sea Shepherd erhebt einmal mehr ihre Stimme und hofft, dieser alten Tradition ein Ende zu setzen.

 

grindadrap danemarkQuelle: Sea Shapherd/Facebook

 

Diese Form der Jagd ist sehr stark in der Kultur des Landes verankert, da sie dort schon vor ca. 1500 Jahren entstand. Sie wird ebenfalls „grind“ genannt und ist für den Tod hunderter Grindwale (eine Art der Delfine) im nördlichen Atlantik verantwortlich.

 

Laut der Tradition verläuft die Jagd wie folgt: Sobald die Delfinen am Ufer entdeckt werden, benachrichtigt ein Boot die Behörden. Diese wiederum schicken ein Signal an den „grindmaster“, den Chef der Jagdbucht, damit er grünes Licht gibt. Wenn dies erfolgt ist, ist die „grind“ eröffnet und die Boote fahren aufs Meer hinaus, um die Tiere in der Nähe des Strandes aufzusammeln. Am Strand werden sie von anderen Leuten mit Messern und Haken erwartet.

 

grindadrap danemarkQuelle: Sea Shapherd

 

Sea Shepherd kämpft schon seit mehreren Jahren gegen diese Art der traditionellen barbarischen Jagd. Lamya Essenlali, die Vorsitzende der Organisation, erklärte der Kulturzeitschrift Les Inrocks:

 

Wenn die Boote sie im flachen Wasser zusammengepfercht haben, stranden die Delfine. Die Leute kommen dann zu Fuß und stechen die Haken in die Blaslöcher der Delfine [vergleichbar mit Nasenlöchern], ziehen sie an den Strand und durchtrennen ihnen das Rückenmark. Es gibt nie einen Überlebenden. Es wird keine Ausnahme gemacht. Die gesamte Gruppe wird massakriert. 

 

Die Organisation stellte sich ausdrücklich gegen das „Grindadráp“ und bittete Dänemark, dem ein Ende zu setzen. Auch wenn die Inselgruppe nicht zur EU gehört und somit nicht den geltenden Jagdvorschriften unterliegt, breche sie für Essenlali die europäischen Gesetze unter dem Vorwand einer Art kulturellen Ausnahme, die von Dänemark genehmigt würde.

 

grindadrap danemarkQuelle: Sea Shepherd

 

Laut den lokalen Behörden würden bei dieser Jagd „nur“ ca. 100 Delfine getötet, wobei die Gesamtbevölkerung auf 750.000 geschätzt würde.

 

Anfangs hatte diese Tradition noch ihre Gründe; sie sollte die Dorfbewohner ernähren und vor dem Verhungern retten. Heute dient sie jedoch nur noch der „Unterhaltung“, wie die Seite Démotivateur andeutete. Dies gehe sogar so weit, dass das Fleisch der getöteten Tiere nicht einmal gegessen werde.

 

Laut Sea Shepherd hätte der Verzehr des Fleisches sogar einen schlechten Einfluss auf die Gesundheit, da das Fleisch der Tiere viel Quecksilber, Pestizide und Eisen enthält.

 

grindadrap danemarkQuelle: Sea Shepherd

 

Im letzten Jahr erwirkte die Organisation ein Verfahren vor der Europäischen Kommission gegen Dänemark. Das Land verstoße ihrer Meinung nach gegen seine Verpflichtungen, Meeressäuger zu schützen. Sie rief auch eine Petition ins Leben, um „das Töten von Delfinen in Europa [zu] beenden“.

 

Darüberhinaus demolierten Tierschützer die Kleine Meerjungfrau, das Wahrzeichen von Kopenhagen. Sie besprühten sie mit blutroter Farbe und schrieben folgenden Satz darauf: „Dänemark, schütze die Wale der Färöer-Inseln.“

 

Wenn ihr euch auch für diese Delfine einsetzen möchtet, könnt ihr hier die Petition von Sea Shepherd unterzeichnen.

 

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Andrea A.