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Geschützte Seelöwen werden am Strand belästigt und niemand hilft ihnen

Seelöwen-Babys La Jolla
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Boomer Beach in La Jolla, San Diego, Kalifornien war immer ein Paradies für Tiere sowie Menschen.

 

Boomer Beach in La Jolla, Kalifornien. Quelle: Wikimedia Commons

 

Nun ist der Strand für einige Anwohner kein sicherer Ort mehr, um sich zu entspannen.

 

In den letzten Jahren machte der Erfolg der Sozialen Medien sowie die Beliebtheit von Selfies das Leben für Seelöwen unerträglich. La Jolla war für letztere zuvor ein natürlicher Lebensraum.

 

Wie das amerikanische Online-Magazin The Dodo berichtete, belästigen Menschen die Seelöwen regelmäßig, obwohl diese vom Gesetz geschützt sind.

 

In einem Video (mittlerweile von Facebook entfernt), das von Andrea Hahn gefilmt wurde, sieht man Strandbesucher, die sich sehr dicht an die Seelöwen annähern und sie mit Wasser bespritzen, jagen, mit ihnen Selfies machen und sie sogar anfassen.

 

All das passiert an einem einzigen Tag.

 

Quelle: Andrea Hahn

 

Die Folgen sind sehr ernst. Es geht dabei nicht nur darum, dass die Seelöwen von der ungewollten Aufmerksamkeit geärgert werden.

 

Paul Watson, der Gründer von Sea Shepherd Conservation Society erzählte The Dodo:

 

Es ist überaus stressig für sie. Einige Jungtiere starben sogar als Folge. Man sollte das Gebiet abzäunen, um die Besucher daran zu hindern, sich den Tieren zu nähern. Wenn jemand die Absperrung übertritt, sollte man Strafen verhängen. 

 

Die Seelöwen, die am Strand belästigt werden, sind hauptsächlich Jungtiere. Sie wollen sich dort nur ausruhen und sind nicht in der Lage, sich so wie ausgewachsene Seelöwen zu verteidigen.

 

Das Verhalten der Strandgänger bedeutet, das die Umgebung, die eigentlich einen sicheren Ruheplatz darstellen sollte, eigentlich unglaublich stressig und gefährlich für die Tiere ist.

 

Seelöwen und andere Meeressäuger werden vom U.S Marine Mammal Protection Act (MMPA) geschützt.

 

Dieses Gesetz verbietet das Jagen, Füttern, Gefangenhalten oder Töten von Meeressäugern wie Walen, Seeottern oder Seelöwen.

 

Quelle: Andrea Hahn

 

Die Schilder am Strand, die auf dieses Gesetz hindeuten, werden jedoch von den Besuchern ignoriert.

 

Die Organisation National Marine Fisheries Service (NMFS), die für das Durchsetzen des Gesetzes verantwortlich ist, tut nur wenig, um die Seelöwen zu schützen.

 

Naomi Rose, Forscherin für Meeressäuger am Animal Welfare Institute (AWI), denkt, dass die NMFS mehr dafür tun sollte, um die Tiere zu beschützen – und auch die Menschen, die sich ahnungslos in Gefahr begeben.

 

Rose erzählte The Dodo:

 

Wenn NMFS es wollen würde, könnten sie jedem einen Strafzettel geben, der zu nahe an die Tiere herangeht, um Selfies zu machen. Das nennt sich „Belästigung der Stufe B“. Zudem stellt es auch für die Menschen ein Risiko dar (NMFS ist dafür zwar nicht verantwortlich, aber sollte daran arbeiten, es zu vermeiden). Es wurden schon Leute gebissen, wenn sie zu nah herangegangen sind. Im Video sieht man einige Vorfälle, in denen ein Tier beginnt, jemanden anzugreifen. Aber da sie als junge Tiere nicht so viel Energie haben und sich dort nur ausruhen wollen, haben sie nicht die nötige Kraft, ihr Gebiet zu verteidigen. 

 

Diese Schilder haben am Strand wenig Einfluss. Quelle: Andrea Hahn

 

Doch nicht jeder möchte die Seelöwen schützen.

 

Die Gruppe Citizens for Odor Nuisance Abatement startete eine Kampagne, um die Seelöwen aus ihrem natürlichen Lebensraum zu entfernen, weil die Tiere die Gegend kontaminieren und das lokale Geschäft mit ihrem Gestank zerstören würden.

 

Naomi Rose erzählte The Dodo:

 

Die lokalen Durchsetzungsbehörden empfinden mehr Sympathien für die Eigentümer der Geschäfte der Gegend – diese finden das ständige Bellen und den Gestank der Tiere nervig – als für die belästigten Tiere. Die Geschäftseigentümer würden gerne sehen, dass die Tiere vom Strand vertrieben werden, aber dies passierte bisher noch nicht. 

 

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Kasia Ruszkowski