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Dieses Tier wurde mit drei Kopfschüssen in einem Zoo bei Paris getötet

Am Morgen des 7. März 2017 machten die Mitarbeiter des Zoos von Thoiry etwa fünfzig Kilometer von Paris eine furchtbare Entdeckung. Eines der Weißen Nashörner wurde in der Nacht von drei Schüssen in den Kopf getötet. Der Grund wurde schnell klar. Jemand hatte es auf sein Horn abgesehen und es von seiner Nase gesägt.

 

vince-rhinoceros-abattu-zoo-1Quelle: Zoo de Thoiry

 

Der vierjährige Bulle namens Vince war im Zoo von Arnhem geboren und im Jahre 2015 nach Thoiry gebracht worden. Der Zoodirektor Thierry Duguet war entsetzt von diesem Vorfall und berichtete:

 

Unsere Wärterin hat die Leiche des Tieres am Morgen gegen 9 Uhr entdeckt, als sie mit ihm spazieren gehen wollte.

 

 

Der Zoo veröffentlichte daraufhin eine lange Stellungnahme auf Facebook. Sogar die Umweltministerin Frankreichs Ségolène Royal äußerte sich auf Twitter zu den Geschehnissen.

 

 

Sie schreibt: "Die Tötung des Nashorns in #Thoiry ist ein Verbrechen. Es wird Zeit, dass alle Länder den Handel mit Elfenbein und Nashörnern verbieten, so wie Frankreich."

 

 

Ein solches Verbrechen hat es in ganz Europa noch nicht gegeben. Der französische Zoo ist eigentlich mit einer Videoüberwachung ausgestattet und wird nachts von fünf Wärtern bewacht. Diese hatten allerdings zum Zeitpunkt von Vinces Tötung geschlafen.

 

Die Einbrecher brachen das Tor des Zoos auf und begaben sich daraufhin zum Gehege der Nashörner. Dort erschossen sie Vince und sägten sein großes Horn ab. Sein zweites wurde nicht entfernt, doch der Zoo entdeckte Sägespuren. Thierry Duguet glaubt:

 

Diese Kriminellen waren entweder gestört […] oder ihr Werkzeug ist kaputt gegangen.

 

Die beiden weiteren Nashörner Gracie (37) und Bruno (5) sind dem Blutbad entkommen. Inzwischen wurden Ermittlungen eingeleitet, um herauszufinden, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte. Der Zoo hat das Verbrechen zur Anzeige gebracht.

 

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Quelle: Zoo de Thoiry

 

Eine besonders gutes Geschäft

 

Von den drei Arten des Weißen- oder sogenannten "Breitmaulsnashorns" sind die Nördlichen besonders gefährdet. Welweit existieren nur noch drei Exemplare in Gefangenschaft. In der Natur gelten sie heute als ausgestorben. Die Internationale Kommission zur Erhaltung der Natur glaubt zwar, dass die Südlichen Weißen Nashörner noch nicht vom Aussterben bedroht sind, doch ihre Zukunft ist trotz allem fragwürdig. Wie die Webseite Save The Rhino berichtet, gibt es nur noch zwischen 19.700 und 21.000 Exemplare- die meisten davon auf dem afrikanischen Kontinent.

 

Für Nashörner ist vor allem die Zerstörung ihres natürlichen Lebensraums und der Handel mit ihren Hörnern gefährlich. Vor allem in China und in Vietnam gelten diese als Wundermittel in der Medizin. Allerdings konnten die vermeintlichen Wirkungen bis heute nicht wissenschaftlich bestätigt werden. Darüber hinaus sind die Hörner auch begehrte Kunstobjekte, aus denen man Skulpturen macht. Dies geschieht am häufigsten in Yemen. Dort bezahlen mache Menschen undenkbare Summen, um in den Besitz eines Nashorn-Horns zu kommen.

 

vince-rhinoceros-abattu-zoo-3Quelle: AFP

 

Wildjäger machen aufgrund der anhaltenden Nachfrage weiterhin ein sehr gutes Geschäft. Ein einziges Kilo Horn kann bis zu 60.000 Euro einbringen. Das Horn von Vince war schwer genug, um für 80.000 bis zu 180.000 Euro verkauft zu werden.

 

In der Vergangenheit sind Zoos und Museen häufiger Zielscheibe von Wildjägern geworden, wenn auch nicht in einem vergleichbaren Ausmaß wie in Thoiry. Die Leiterin des International Fund for Animal Welfare (Internationale Gelder für den Tierschutz) Céline Sissler-Bienvenu erklärt:

 

Vier oder fünf französische Museen wurden in den letzten fünf Jahren bestohlen, doch das ist jetzt das erste Mal, dass ein Tier auf europäischem Boden erlegt wurde, um seine Körperteile abzuschneiden.

 

vince-rhinoceros-abattu-zoo-4Quelle: AFP

 

Vinces Tod ist aus diesem Grund ein Warnsignal für alle Zoos in Europa, die nun das Schlimmste fürchten.

 

Die Diebe riskieren nach französischem Recht vier Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 750.000 Euro.

 

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