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Diese Tierärztin „schläferte“ sich selbst ein, um das Schicksal von Tieren in den Mittelpunkt zu rücken

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Seit dem 4. Februar 2017 ist es in Taiwan illegal, Tiere einzuschläfern. Für Straßenhunde bedeutet das neue Gesetz eine tolle Neuigkeit, doch der Entscheidung der Regierung ging ein trauriges Ereignis voraus.

 

Denn vor einem Jahr beging eine junge Frau auf tragische Weise Selbstmord. Um zu zeigen, wie viele Tiere unnötig eingeschläfert werden, verpasste sie sich selbst eine tödliche Dosis.

 

 

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Chien Chih-cheng hatte ihr Studium der Tiermedizin mit Bestnoten abgeschnitten und hätte viel Geld verdienen können. Doch stattdessen kümmerte sie sich um ausgesetzte Hunde in Tierheimen.

 

In Taiwan gibt es viele Probleme mit Straßenhunden, weil ausgesetzte Hunde in den meisten Fällen nicht sterilisiert wurden und sich unkontrolliert vermehren. Bis zum Erlass des neuen Gesetzes wurden in taiwanischen Tierheimen unzählige gesunde Tiere eingeschläfert.

 

vet_suicide_shelter_2Quelle: BBC

 

Chien kümmerte sich leidenschaftlich um die Tiere und hängte sogar Zeichnungen von ihnen an die Wände der Tierheime, um sie schneller zu vermitteln. Doch in vielen Fällen war sie trotzdem gezwungen, Tiere einzuschläfern.

 

Vor ihrem Tod war sie von einem Nachrichtensender interviewt worden. Sie hatte von ihrer ersten Erfahrung mit einer Einschläferung erzählt: "Ich bin nach Hause gegangen und habe die ganze Nacht lang geweint."

 

vet_suicide_shelter_1Quelle: BBC

 

Wie die BBC berichtete, waren Chien und viele Tierheimmitarbeiter überzeugt, dass ältere Tiere und Tiere mit geringeren Chancen auf eine Vermittlung lieber eingeschläfert werden sollten. Somit würden sie nicht an Krankheiten in überfüllten Zwingern sterben.

 

Einer von Chiens Kollegen Kao Yu-jie erklärte, was Chien über sich ergehen lassen musste, als die Öffentlichkeit von dieser Methode erfuhr:

 

Sie wurde als Schlächter bezeichnet… Wir werden immer wieder kritisiert. Manche Menschen sagen uns, dass wir in der Hölle landen werden. Sie sagen, dass wie es lieben, Tiere zu töten. Aber gleichzeitig werden immer noch unzählige Tiere ausgesetzt. Wir hören alle möglichen Gründe dafür: Der Hund war zu böse oder nicht böse genug, hat zu viel gebellt oder nicht genug gebellt.

 

Als sich die junge Frau am 4. Mai 2016 umbrachte, benutzte sie das gleiche Medikament, das auch für die Einschläferung von Hunden benutzt wird.

 

vet_suicide_shelter_5Quelle: BBC

 

In einem letzten Brief sagte sie:

 

Ich hoffe, mein Abschied zeigt, dass streunende Tiere auch ein Leben haben. Ich hoffe, die Regierung erkennt endlich, dass man die Wurzel des Problems angehen muss… Bitte ehrt das Leben.

 

Ihr vorzeitiger Tod erschütterte das ganze Land. Doch er führte auch Veränderungen herbei.

 

vet_suicide_shelter_4Quelle: BBC

 

In Taiwan gab es zu diesem Zeitpunkt nur 140 Tierheime und etwa dreißig Prozent aller Hunde waren nicht sterilisiert oder kastriert. Dies führte zu vielen finanziellen Problemen und die Tierheime waren nicht mehr in der Lage, genügend Ressourcen aufzubringen, um sich um alle Tiere zu kümmern. Doch heute werden die Einrichtungen staatlich unterstützt und den Mitarbeitern steht sogar eine psychologische Betreuung zu Verfügung.

 

Tierschützer in Taiwan begrüßen das neue Gesetz, doch halten es nur für eine kurzzeitige Lösung. Sie hoffen, dass die Behörden zukünftig die Wurzel des Problems angehen und etwas gegen die illegale Welpenzucht und die fehlenden Sterilisationen tun.

 

Via: BBC

 

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Nicole Moore