News Tierschutz

Die traurige Wahrheit hinter dem berühmten Video des Eisbären, der einen Hund streichelt

Am 13. November eroberte dieses Video das Internet im Sturm. Es wurde inzwischen schon über 4 Millionen Mal angesehen. Die Aufnahmen stammen aus der kleinen kanadischen Stadt Churchill und zeigen einen Eisbären, der sich einem Hund annähert und ihn schließlich sogar streichelt.

 

 

"Ich weiß nicht genau, was passiert ist, doch auf einmal hat der Eisbär angefangen, den Hund zu streicheln, als ob sie Freunde wären", berichtet David de Meulles, der Mann, der das Video aufgenommen hat. Doch diese angebliche Freundschaft ist nicht natürlich. Und auch wenn sie uns zum Lächeln bringt, darf sie uns nicht vergessen lassen, dass hinter ihr eine traurige Wahrheit steckt.

 

Die kanadische Zeitung CBC hatte wenige Tage zuvor von einem anderen Hund berichtet, der von einem Bären in der Gegend getötet wurde. "Das war der einzige Tag, an dem wir die Eisbären nicht gefüttert haben", hatte Brian Ladoon, der Besitzer des Geländes, auf dem der Bär lebt, erzählt.

 

chien-ours-polaire-verite-3Quelle: David de Meulles

 

Der kanadische Hundezüchter hatte begonnen, Geld mit den Wildtieren zu machen, indem er sie regelmäßig fütterte und schließlich Touristen Führungen anbot.

 

Dass dies ohne Frage verantwortungslos ist, zeigt sich in dem Tod des Hundes, der keine Überlebenschance gegen den Bären hatte. Außerdem werden die Eisbären von den Menschen abhängig, nähern sich den Städten immer weiter an und verursachen gleichzeitig Probleme in Gegenden, in denen es nicht genug Futter für alle Tiere gibt.

 

chien-ours-polaire-verite-6Quelle: David de Meulles

 

Eine Pressesprecherin der Behörde für Tierschutz in Manitoba berichtete CBS:

 

Wildhüter mussten letzte Woche einen Bären betäuben und umsiedeln, weil er mehrere Hunde getötet hatte. Eine Bärin und ihr Junges wurden ebenfalls umgesiedelt, weil sie gefüttert wurden und das Verhalten der Mutter immer bersorgniserregender wurde.

 

Die kanadischen Behörden benutzten den Erfolg des Videos, um die Menschen daran zu erinnern, dass es verboten ist, Eisbären zu füttern. "Situationen, in denen die Bären sich nicht auf natürliche Weise ernähren, sondern irgendwie mit Menschen in Kontakt kommen, sollten nicht vorkommen. Es stellt ein Todesurteil für die Bären da", fügten sie hinzu.

 

chien-ours-polaire-verite-5Quelle: David de Meulles

 

Weltweit existieren heute nur noch 25.000 Eisbären. Sie werden vom Klimawandel, der Ausbeutung der Meere und Ölbohrungen bedroht. "Ihr Überleben hängt nur noch von einer dünnen Schicht Eis ab", sagte die Tierschutzorganisation WWF, die schon seit einigen Jahren für die Eisbären kämpft. "Wenn die Pole weiter schmelzen, werden im Jahre 2050 über 42% des Lebensraums der Eisbären verschwunden sein."

 

Wenn ihr mehr über das Thema erfahren wollt, klickt hier. Wenn ihr gerne für WWF spenden würdet, könnt ihr hier klicken.

ADVERTISING