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Die Parforcejagd im Zentrum einer schockierenden Reportage von Tierschützern

Verdeckte Reportage Jagd
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(Achtung! Die folgenden Bilder können verstörend sein.)

 

Am Mittwoch den 21. März veröffentlichten der Journalist Hugo Clément und die Website Konbini eine Reportage über das Treiben hinter den Kulissen der Parforcejagd – eine Welt, die vielen völlig unbekannt ist.

 

Einige Tierschützer konnten sich in eine Gruppe Jäger einschleusen und über mehrere Monate hinweg mehr über diese „Methode aus einer anderen Epoche“ lernen, die von den Verfechtern der Tierrechte als grausam eingestuft wird.

 

chasse à courre konbini

 

Die „extreme Grausamkeit“ der Methode

 

In diesem Video interviewt Hugo Clément zwei Tierschutzaktivistinnen, die sich für mehrere Monate in eine Gruppe von Jägern eingeschleust hatten. Die zwei Frauen Jeanne und Martine erzählen mit verhüllten Gesichtern von ihren Erfahrungen und machen es uns möglich, mehr über dieses Umfeld zu erfahren, das so schwierig zu akzeptieren ist und auf das nur misstrauisch heruntergeblickt wird.

 

Jeanne schilderte vor allem die „extreme Grausamkeit“ der Jagd und machte deutlich, dass diese auf den Gehwegen stattfinden könne, wo Spaziergänger mit ihren Kindern langlaufen. Die Jäger zögerten nicht, einen Hirsch vor den Augen junger Kinder zu töten, wie diese Frau berichtete.

 

chasse à courre konbini

 

Der Journalist befragte die zwei Frauen zu den markantesten Szenen und die Tierschützerinnen teilten ihre Erfahrungen. Jeanne schilderte die Verzweiflung der Tiere:

 

Sobald der Hirsch vor mir auftauchte, wurde er von den Hunden verfolgt und hätte mich fast umgerannt. Ich schaute ihm in die Augen und er spielte vor Schreck verrückt.

 

Martine sagte, sie hatte furchtbare Angst vor der Einstellung der Jäger, die nicht zögerten, den Hirsch zu ertränken:

 

Das Ertrinken des Hirsches. Als er völlig erschöpft und umzingelt war… Und vor allem diese verrückten Blicke derjenigen, die auf das Boot kletterten. Das ist beängstigend…

 

chasse à courre konbini

 

„Sie essen davon nur einen winzigen Teil“

 

Die Parforcejagd sorgt aber nicht nur wegen der Grausamkeiten gegenüber der verfolgten Tiere für Kontroversen. Der Gipfel sei, wie auch die Aktivistinnen bezeugen, dass das Fleisch der Hirsches nur zu einem kleinen Teil gegessen würde. Anders gesagt: Dieser Zeitvertreib befriedigt nicht einmal die Grundbedürfnisse der Ernährung. Das Tier wird ganz und gar nicht respektiert.

 

Das Tier wird getötet und man isst nur einen winzigen Teil davon. Sie behalten zwei Filets und der Rest wird den Hunden gegeben.

 

Eine sogenannte „noble“ Art zu jagen

 

Eines der Argumente, das am häufigsten verwendet wird, ist, dass diese Jagdmethode viel weniger (tierische) Opfer fordert als zum Beispiel die Jagd mit dem Gewehr. Laut der ersten Tierschützerin wurde ca. einer von vier Hirschen gefangen und dann getötet. Trotzdem machte sie deutlich, dass selbst die Hirsche, die Glück hatten und der Meute entkamen, sterben könnten, weil sie von dem ganzen Rennen zu erschöpft sind. Das stellt eine indirekte Konsequenz der Jagd dar.

 

chasse à courre konbini

 

Während viele Länder diese Methode schon verboten haben, hält Frankreich dem Druck der Tieraktivisten stand. Letztere wünschen ein Ende dieser „aristokratischen“ Barbarei, die von den Stärksten des Staates verteidigt wird.

 

Die eingeschleuste Aktivistin erklärte außerdem:

 

Traditionen sind nicht unbedingt dafür gemacht, zu bestehen. Der Mensch muss sich an die Bedingungen anpassen. Wir wissen heute, dass die Artenvielfalt verloren geht. Alle Ampeln stehe auf rot. Die Zahl der Arten, die dabei sind, zu verschwinden, ist katastrophal. Man kann nicht sagen: „Wir machen mit dieser Methode weiter, weil das eine Tradition ist.“ Das ist die größte Dummheit. 

 

Mehr und mehr Tierschützer schließen sich zusammen, um sogenannten Sabotageaktionen durchzuführen. Auf den Bildern, die in Vendée aufgenommen wurden, kann man eindeutig über zehn von ihnen sehen, wie sie versuchen, einen gejagten Hirsch zu retten, indem sie die Hundemeute aufhalten. An diesem Tag landete das Tier zumindest nicht in den Fängen seiner Feinde.

 

chasse à courre konbini

 

„Die Tiere leiden nicht, sie sind schlau“

 

Während 84% der Franzosen für ein endgültiges Verbot der Parforcejagd sind, zeigte eine Untersuchung des Meinungs- und Marktforschungsinstituts IFOP, dass die Jäger anscheinend immer um den heißen Brei reden. Auf die Frage „Sie verstehen, dass es schockieren kann, dass man ein Tier so leiden lässt?“ antwortete einer von ihnen unmissverständlich:

 

Es leidet nicht. Wir sind zu unserem Vergnügen da. Wir sind nicht da, um Tiere zu schlachten, oder irgendetwas anderes.

 

Ein anderer gab zu:

 

Tiere sind gemacht, um zu rennen. Sie kennen das Gelände gut. Sie leiden nicht, sie sind schlau. Sie haben Spaß mit den Hunden. 

 

Die Jagd ist zwar ein wenig kontroverses Thema in Frankreich, wirft aber mehr und mehr Fragen unter den Franzosen auf, die sich zum Großteil für ein Verbot aussprechen.

 

Dank der Mobilisierung, den Aktionen der Aktivisten sowie der sozialen Netzwerke, durch die die schockierenden Bilder verbreitet werden, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, wird das Bewusstsein für das Thema geweckt. Die Menschen scheinen bereit zu sein, dieser barbarischen Methode ein Ende zu bereiten.

 

Das Video zur Reportage (Französisch):

 

Des militants de la cause animale ont réussi à s'infiltrer dans une chasse à courre

Voici des images chocs de chasse à courre que les chasseurs ne souhaitent pas que vous voyiez.Hugo Clément et Clément Brelet ont rencontré des militants de la cause animale qui ont réussi à s'infiltrer dans une partie de chasse à courre en Vendée

Posted by Konbini on Sunday, March 25, 2018

 

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Andrea A.