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Delfine erblinden und müssen durch Feuerringe in Zirkussen springen. Und niemand tut etwas dagegen

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Herumreisende Zirkusse, die Wassertiere mit sich führen, sind in Indonesien eigentlich illegal, doch das verhindert leider nicht, dass es sie noch gibt.

 

Wie die Webseite The Dodo berichtet, werden Delfine erst auf Tragen gelegt und dann in Kisten auf LKWs geladen. Sie sind lichtundurchlässig, halb mit Wasser gefüllt und schaukeln während der Reise, die oftmals bis zu 24 Stunden dauern kann.

 

dolphin_project_indonesia_3Quelle: The Dolphin Project

 

Wenn ein Zirkus eine Stadt erreicht, wo eine Vorstellung stattfinden soll, werden die Tiere entweder in aufblasbare Pools oder in Löcher im Boden, die mit Plastik ausgelegt werden, gesteckt. Das Wasser ist voller Salz und Chlor, was für Delfine ebenso schädlich ist wie für Menschen.

 

Viele Delfine verlieren aus diesem Grund ihr Augenlicht.

 

dolphin_project_indonesia_2Quelle: Jakarta Animal Aid Network

 

Diese furchtbaren Lebensumstände sind kein großes Geheimnis, doch trotzdem waren sie unter Tierschützern bis vor Kurzem nicht unbedingt bekannt.

 

Femke Den Haas ist die Gründerin von Jakarta Animal Aid Network und sie wurde im Jahre 2009 auf die Vorstellungen von einer Mitarbeiterin eines Zirkus aufmerksam gemacht. Sie berichtet The Dodo:

 

Die Person, die mich angerufen hat, hat mir von einem sterbenden Delfin in einer der Shows berichtet. Zuerst habe ich ihr nicht geglaubt, und habe gesagt: Das kann gar nicht sein, dass Delfine auf diesem Fußballplatz sind. Doch dann bin ich hingegangen und war schockiert. Als wir ankamen, war der Delfin schon tot.

 

Sie meldete den Zirkus beim Ministerium für Umwelt und Waldschutz, überzeugt, dass sich etwas tun würde. Doch niemand griff ein. Die Abteilung erhielt sogar einen Brief von der Internationalen Vereinigung zur Erhaltung der Natur, doch ignorierte ihn. Den Haas vermutet, dass Schmiergeld im Spiel ist und deshalb nichts gegen die Shows unternommen wird.

 

Es geht um viel Geld- 800 Millionen Rupiah [60.000 Euro] monatlich für jeden Zirkus.

 

Die Delfine werden gezwungen, zur Unterhaltung der Zuschauer durch brennende Ringe zu springen, Rästel zu lösen oder stundenlang für Fotos zu posieren. Und dafür bekommen sie am Ende nur ein paar gefrorene Fischhälften.

 

dolphin_project_indonesia_5Quelle: The Dolphin Project

 

Lincoln O'Barry, der Gründer des Dolphin Projects hat vor, die Machenschaften der Zirkusse endlich an die Öffentlichkeit zu bringen:

 

Es ist barbarisch… eindeutig etwas aus einer längst vergangenen Zeit.

 

Die laute Musik und die Schreie der Menge sind schmerzhaft für das feine Gehör der Delfine.

 

Delfine sind daran gewöhnt, im Wasser zu leben. Ihre Organe sind an diese Konditionen angepasst. Viel Zeit außerhalb des Wassers zu verbringen, beeinflusst ihren Körper.

 

dolphin_project_indonesia_6Quelle: The Dolphin Project

 

Den Haas glaubt, dass die Delfine alle sehr jung sterben, weil ihre Körper einem extremen Stress ausgesetzt sind.

 

Sie sterben mit 4 oder 5 Jahren [obwohl ihre Lebenserwartung bei 40 Jahren liegt]. Wir wissen das von ein paar Pflegern, die uns diese Informationen zugespielt haben. Wir wissen ebenfalls, dass sie sofort von anderen Delfinen ersetzt werden.

 

Die Zirkusse bezahlen häufig Fischer, damit diese behaupten, dass die "Delfine sich in ihren Netzen verheddert haben". Denn Delfine sind in Indonesien eigentlich eine geschützte Art.

 

dolphin_project_indonesia_1Quelle: The Dolphin Project

 

Sie fangen sogar trächtige Tiere ein, damit sie später Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn ein Delfin bei ihnen Babys bekommt. Obwohl die meisten Jungen sterben.

 

Glücklicherweise gibt es inzwischen ein paar Organisationen, die gegen die Grausamkeiten vorgehen. JAAN und das Dolphin Project taten sich mit Camp Lumba Luma, einer Rettungsstation für Delfine zusammen. Inzwischen sind Fischer gesetzlich verpflichtet, ihnen "versehentlich" gefangene Delfine zu schicken, anstatt sie an Zirkusse und Aquarien zu verkaufen.

 

dolphin_project_indonesia_4Quelle: The Dolphin Project

 

Das wird zwar den illegalen Handel von Meeressäugern in kleinen Dörfern, die sich schwer überwachen lassen, nicht verhindern können, doch es ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.

 

Wenn ihr die Arbeit der beiden Organisationen unterstützen möchtet, könnt ihr diese Petition unterschreiben, um endlich Druck auf die indonesische Regierung auszuüben. Hier könnt ihr direkt für das Dolphin Project spenden.

 

Im Folgenden könnt ihr euch selbst ansehen, wie Delfine in den Zirkussen gehalten werden:

 

Dolphin Traveling Circus in Indonesia via DolphinProject.com from Dolphin Project on Vimeo.

 

In Deutschland gibt es nur noch zwei Delfinarien, in Nürnberg und im Zoo von Duisburg. Es gibt jedoch schon seit einiger Zeit Petitionen im Internet, in denen verlangt wird, sie zu schließen und die Delfine in die Freiheit zu entlassen. Wenn ihr mehr über die beiden Delfinarien wissen möchtet, klickt hier.

 

Die Organisation PETA Deutschland kämpft schon seit geraumer Zeit für die Rechte und die Erhaltung der Tiere. Wenn ihr sie in ihrer Arbeit unterstützen möchtet, könnt ihr hier für den Tierschutz spenden.

 

Via: The Dodo

 

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Nicole Moore