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700 Hunde in Montreal wurden soeben zum Tode verurteilt

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Mit 37 gegen 23 Stimmen hat die städtische Regierung von Montreal am 27. September seine Entscheidung getroffen: Ab dem 3. Oktober sind Pitbulls in der kanadischen Stadt nicht mehr willkommen.

 

Schon seit einigen Monaten wird in den zwei großen kanadischen Städten Quebec und Montreal über ein Gesetz gesprochen, das die Haltung von "gefährlichen" Hunden verbieten soll. In diese Kategorie fallen American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bull Terrier und Amerikanische Pitbull Terrier.

 

Pitbull-friendQuelle: The_blueboys

 

700 Hunde kurz vor dem Einschläfern

 

Sobald das Gesetz in Kraft tritt, müssen sich die Pitbullbesitzer eine Genehmigung für 150 Euro besorgen und sich einer Prüfung unterziehen.

 

Ihre Tiere müssen sterilisiert, geimpft und entwurmt werden. Beim Gassigehen müssen sie einen Maulkorb tragen und an einer kurzen Leine gehalten werden. Viele Tierschutzorganisationen fürchten, dass Menschen, die sich eine Genehmigung nicht leisten können, ihre Hunde abgeben müssen oder sogar aussetzen.

 

hank-pitbull-saisi-dangereux-1Quelle: Save Hank

 

Doch das Schicksal der Hunde ruft am meisten Empörung und Wut hervor. Das neue Gesetz besagt, dass jeder Pitbull, der keine Familie hat, sofort eingeschläfert wird.

 

Berichten der SPCA (Internationale Tierrettung) zufolge befinden sich in den Tierheimen von Montreal zurzeit in etwa 700 Hunde, die von dem neuen Gesetz betroffen sind. Am schlimmsten ist jedoch, dass das Gesetz die Vermittlung der Hunde an neue Besitzer verbietet.

 

pit-bull-ban-2Quelle: Pinterest

 

Alanna Devine, die Leiterin von SPCA in Montreal, berichtet der Webseite TheDodo:

 

Es handelt sich um die Tötung von unzähligen Hunden, die sehr leicht hätten weitervermittelt werden könnten.

 

pitbull-interdiction-montreal-euthanasie-1Quelle: Reserved Rescue

 

"Als Bürgermeister von Montreal habe ich die Pflicht, die Bürger zu beschützen", hat sich der Bürgermeister von Montreal Denis Coderre gerechtfertigt. Er hat den Gesetzesentwurf eingereicht, nachdem eine Frau mittleren Alters nach einem Angriff eines Hundes gestorben war, dessen Rasse jedoch nie bestätigt wurde.

 

"Wir werden nicht einschläfern, wenn das Tier nicht leidet"

 

In ganz Kanada haben sich inzwischen Tierschützer dafür eingesetzt, die Pitbulls aus den Tierheimen zu retten, um ihnen den Tod zu ersparen. Weltweit werden Stimmen laut, die das neue Gesetz verurteilen, das bestimmte Hunderassen diskriminiert.

 

pitbull-interdiction-montreal-euthanasie-2Quelle: PitbullsOfInstagram

 

Die Tierärztin Karen Joy Goldenberg, Mitglied der Vereinigung der Tierärzte in Quebec (Ordre des médécins véterinaires du Québec), hat CBS News erklärt:

 

Erstens sollten die Besitzer das Recht haben, über die Einschläferung ihres Hundes entscheiden zu können. Darüber hinaus glaube ich, dass Professionalität, Moral und Ethik viele von uns davon abhalten wird, einzuschläfern, ohne dass der Hund leidet. Das geht gegen alle Prinzipien unseres Berufs.

 

Der Kampf geht weiter und Tierfreunde sowie freiwillige Helfer in den Tierheimen sind entschlossener denn je, das Todesurteil der Hunde umzukehren.

 

Um sie zu unterstützen, könnt ihr diese Petition unterschreiben, die Montreal dazu auffordert, die Diskriminierung bestimmter Hunderassen zu beenden.

 

Titelbild: Natalie Roy

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Andrea A