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Der Transport 10 Tage alter Kälber durch Europa jagt einem einen Schauer über den Rücken

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Die Organisation CIWF (Compassion in World Farming), die sich für das Wohl von Nutztieren einsetzt, hat soeben eine vom Tierschutzbund Zürich  und Eyes on Animals durchgeführte Ermittlung veröffentlicht. Dabei bringt sie die schrecklichen Transportbedingungen von Kälbern innerhalb der Europäischen Union ans Licht.

 

Die männlichen Kälber, die keine Milch produzieren sowie die weiblichen Kälber, die nicht zur Erneuerung des Viehbestandes beitragen, werden verkauft, um gemästet zu werden. Die Mehrheit der Tiere kommt aus Deutschland, Frankreich, Polen und Irland. Ihre Route führt nach Holland, Italien oder Spanien, wo sie in Mastzentren landen.

 

veaux-non-sevres-5Quelle: @Yotube

 

Was deckt der Einsatzbericht auf?

 

Der Tierschutzverbund Zürich und die Organisation Eyes on Animals decken auf, dass im Jahr 2015 mehr als 1,3 Millionen nicht abgestillte Kälber durch die Europäische Union transportiert wurden.

 

Die betroffenen Kälber werden zu früh von der Muttermilch getrennt und sind in der Regel gerade mal 10 Tage alt. Laut Europäischem Gesetz ist dies das erlaubte Mindestalter für den Tiertransport.

 

Zudem zeigt der Bericht die abscheulichen Bedingungen auf, unter denen die Babys transportiert werden: Die Fahrt dauert bis zu 40 Stunden und erstreckt sich nicht selten auf bis zu 3000 Kilometer. Zudem werden die Kälber in Lastern zusammengepfercht, deren Decke nicht hoch genug ist, um sich auf den Beinen zu halten. Auch sind die Tiere so zahlreich, dass sie sich nicht hinlegen können.

 

Quelle: @Yotube

 

Die Kälber sind häufig extremen Temperaturen ausgesetzt, die zwischen 0 ‎°C und 40 ‎°C variieren. Obwohl die Reise im Durchschnitt 25 Stunden dauert, werden die Tiere die gesamte Fahrt über nicht gefüttert.

 

Sie werden lediglich getränkt, sofern das System keine Fehler aufweist – laut der Studie tritt allerdings öfter das Gegenteil ein. So ist häufig zu beobachten, dass die Kälber verzweifelt am Geländer des Lasters lecken, wenn sie Hunger und Durst haben.

 

veaux-non-sevres-1Quelle: @Yotube

 

Darüber hinaus leiden die Tiere unter der Gewalt der Mitarbeiter, die die Laster leeren und die Tiere bis zu den Mastzentren führen. Mehrere Videos zeigen, dass die Tiere mit Stöcken und Tritten vorangetrieben werden. Manchmal werden sie am Schwanz oder an den Ohren mitgerissen, um zu gehorchen. Jede Reise fordert das Leben mehrerer Kälber, die den Kampf nicht überleben – der Rest befindet sich in einem schlimmen Zustand.

 

Infolge der Ermittlungen setzt sich der Tierschutzbund Zürich dafür ein, die Transportbedingungen innerhalb der EU zu verbessern. Dabei soll mithilfe einer Gesetzesänderung erreicht werden, dass der Tiertransport nicht länger als 8 Stunden andauert, da das EU-Gesetz hierfür keine zeitlichen Begrenzungen vorsieht.

 

Quelle: @Yotube

 

Die Animal Welfare Foundation, der Tierschutzverbund Zürich, Eyes on Animals sowie Compassion in World Faming wollen durch mehr Einsätze und Kontrollen den Druck auf die EU-Länder erhöhen.

 

Um dieses Engagement zu unterstützen, könnt ihr für das 100.000-Kilometer-Versprechen des Tierschutzverbunds Zürich spenden.

 

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Charlotte Fiedler