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11 tote Löwen in Nationalpark aufgefunden – Experten vermuten Racheakt

Löwen in Afrika vergiftet
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Am 10. April 2018 entdeckten Wildtierbehörden elf tote Löwen im Queen Elizabeth National Park in Uganda. Man vermutet, dass sie vergiftet wurden. Acht der Löwen waren noch Babys, die anderen waren schon ausgewachsene Löwinnen. Sie waren Teil eines Rudels, das ebenfalls drei männliche Löwen beinhaltete.

 

Das Rudel war für sein ungewöhnliches Verhalten bekannt, weswegen es sogar eine eigene Fernsehsendung bekam. Die Show fokussierte sich auf den Erhalt der Tiere sowie ihre Gewohnheit zu klettern und in den Ästen der Bäume herumzuliegen.

 

Quelle: Alexander Braczkowski

 

Alex Braczkowski, ein Mitarbeiter von National Geographic, der die Kletter-Akrobaten erforschte und filmte, war wegen einer Fotografie-Tagung in Las Vegas, als sein Assistent ihn wegen der Neuigkeiten anrief. Er berichtete National Geographic:

 

Ich brach zusammen und begann zu weinen. Ich hing sehr an ihnen, weil ich ihnen praktisch jeden Tag in einem Wagen gefolgt war, als ich sie filmte. 

 

Ein Team, das vom Uganda Wildlife Authority Ranger Jimmy Kisembo begleitet wurde, arbeite stetig daran herauszufinden, wie man die übrigen Löwen am besten schützen kann. Kisembo leitete ebenfalls das Team, das die Überreste der Tiere fand, die teilweise schon von Hyänen gefressen worden waren. Er fügte hinzu, dass er „enttäuscht“ war und jeder Beteiligte weinte. Die Knochen und anderen Überreste wurden für Tests in ein Labor geschickt.

 

Quelle: Jimmy Kisembo

 

Auch wenn die genaue Todesursache immer noch unbekannt ist, vermutet Braczkowski, dass sie mit Aldicarb (Temik) vergiftet wurden. Dieses sei seiner Meinung nach leicht und günstig zu bekommen. Aldicarb wirkt, indem es ein bestimmtes Enzym davon abhält, chemische Substanzen aufzulösen, die Nervenimpulse übertragen. Dies führt dazu, dass die Tiere sich übergeben müssen, einen Druck in der Brust spüren, schlecht atmen können und schließlich sterben.

 

Das Motiv hinter den Angriffen bleibt ebenfalls ein Geheimnis, aber die Uganda Wildlife Authority glaubt, dass es ein Racheakt war, weil die Löwen das Vieh der Farmer getötet hatten. Aldicarb wurde lange dafür benutzt, wilde sowie zahme Tiere zu vergiften, wodurch mutwillige Vergiftung in Ostafrika nichts Ungewöhnliches mehr ist.

 

Eine der Löwinnen und drei der acht Jungen. Quelle: Nigel Pavitt/AWL

 

Bei der letzten Zählung im Jahr 2008 lebten im Park ca. 120 Löwen, aber Braczkowski, der ebenfalls die Entwicklung der Bevölkerung beobachtete, sagte, dass es bald aktuelle Zahlen gäbe. Er fügte hinzu, dass bereits 2017 vier Löwen im Queen Elizabeth Park an einer Vergiftung starben. Er befürchtet, dass wenn es so weitergeht, der Park bald keine Löwen mehr beheimaten würde.

 

Um dem entgegenzuwirken, möchten Angestellte des Parks härtere Regelungen für das Vieh, das im Park grasen darf. Sie ziehen zudem in Betracht, erwachsene Löwinnen aus einem anderen Rudel überzusiedeln, damit sie sich mit den Löwen paaren und so die Anzahl wieder anheben können.

 

Quelle: Alexander Braczkowski

 

Laut der Vereinigung Big Cats Initiative, die ein Teil von National Geographic ist, sank die Zahl der Löwen in Afrika in den vergangenen 75 Jahren um drastische 90%. Grund dafür waren der Verlust ihres natürlichen Lebensraums und vermehrter Kontakt zu Menschen. 

 

Jedoch ist noch nicht alles verloren. Löwen können sich sehr schnell vermehren, wie Braczkowski berichtete, und das Ökosystem im Queen Elizabeth Nation Park sei gut geeignet, um sie dabei zu unterstützen.

 

Nicht nur in Afrika kommt es zu Vergiftungen von Tieren. Wenn ihr zu unseren regelmäßigen Lesern gehört, könnt ihr euch vielleicht an den Löwen Nero erinnern, der vor Kurzem in einem britischen Zoo an einer Vergiftung starb.

 

Via: National Geographic

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Louise Springham