Neugeborene Kälber sterben qualvoll im Müll. Ein neuer Skandal in französischen Schlachtbetrieben

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Am 3. November hat die französische Tierschutzorganisation L214 einen neuen Skandal in französischen Schlachthöfen aufgedeckt. Besonders verstörende Bilder aus einem Schlachthof in der französischen Stadt Limoges zeigen trächtige Kühe, die gewaltsam geschlagen werden, bevor die ungeborenen Kälbchen aus ihnen herausgeholt und in den Müll geworfen werden.

 

„Manchmal bewegen sie sich noch“

Diese Methode ist legal, doch deshalb nicht weniger schockierend. Die Bilder wurden im Mai in einem der größten Schlachtbetriebe Frankreichs aufgenommen. Jede Woche werden dort 1000 Rinder und 1500 Schafe geschlachtet.

 

Mauricio Garcia-Pereira, ein Mitarbeiter des Betriebs, entschied sich, die „furchtbaren und kriminellen“ Szenen auf Film festzuhalten. Es ist das erste Mal, dass ein Zeuge seine Identität der Öffentlichkeit preisgibt. „Ich weiß, dass ich meinen Job verlieren werde. Das hoffe ich sogar. Ich will, dass die Franzosen endlich bescheid wissen“, erklärte er.

 

L214-vaches-gestantes-abattoir-limoges-3Source : L214

 

Man sieht in Videos, wie die Mitarbeiter die Bäuche von trächtigen Kühen mit Messern aufschneiden und den Fötus herausholen. Die Kälber sind schon weit entwickelt, manche sind größer als ein Meter und haben schon Fell und deutlich erkennbare Hufe. Sie werden daraufhin auf einen großen Haufen von Gedärmen und weiteren Föten geworfen.

 

Mauricio Garcia-Pereira macht in der Zeitung Monde seine Empörung deutlich:

 

Man schmeißt die Kälber in einen Mülleimer voller Sch***. Manchmal bewegen sie sich noch, als seien sie am Leben. Wir machen das jeden Tag, mindestens fünfzig Mal in der Woche. Wie können wir sie töten, um Gottes Willen? Ausgewachsene Kühe und neugeborene.

 

L214-vaches-gestantes-abattoir-limoges-6Source : L214

 

Das Schlachten von trächtigen Kühen wird schon seit einiger Zeit von vielen europäischen Ländern in Frage gestellt. Deutschland hat kürzlich die EU-Kommission dazu aufgerufen, ein Verbot dagegen einzuführen. Dänemark, Schweden und die Niederlande haben sich mit dem Thema an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit gewandt.

 

In Deutschland werden jährlich etwa 1,8 Millionen weibliche Kühe geschlachtet. Schon im Jahre 2011 hat eine Studie gezeigt, dass davon bis zu 10% trächtig sein könnten.

 

 

Nicht gelungene Betäubungen und Elektroschocks

Doch die Bilder der Kälber sind nicht das Einzige, was die L214 entdeckt hat. Weitere Videos, die im August und September im gleichen Schlachtbetrieb aufgenommen wurden, zeigen mehrere Fälle, in denen die Betäubung der Tiere vor dem Schlachten nicht richtig durchgeführt wurde. Sie sind demnach noch bei Bewusstsein, während sie ausbluten.

Man sieht ebenfalls Mitarbeiter, die Tiere quälen, indem sie ihnen Elektroschocks geben, um zu gehorchen.

 

L214-vaches-gestantes-abattoir-limoges-19Source : L214

 

Eine Petition gegen das Schlachten von trächtigen Kühen

Die Organisation L214 hat angekündigt, Klage gegen den Schlachtbetrieb in Limoges einzureichen. Es ist der siebte Betrieb, den L214 überprüft hat, mit den gleichen, grausamen Ergebnissen.

 

„Diese neuen Bilder sind der Beweis, dass Schlachthöfe Orte voller Gewalt und Tierleid sind“, fasst Pressesprecherin der Organisation Brigitte Gothière zusammen.

 

Schon im Jahre 2014 hat PETA darauf aufmerksam gemacht, dass in Deutschland trächtige Kühe geschlachtet werden, wobei die Kälber meist qualvoll verenden. Sie rechnen mit mehr als 180.000 Kälbern jährlich.

 

Daher haben sie eine Unterschriftenaktion gestartet, die ihr hier unterstützen könnt.

 

Im Folgenden könnt ihr euch die Enthüllungen von L214 selbst ansehen: (Warnung: Die Bilder können verstörend sein)

 

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